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Liebe Ebersbergerinnen und Ebersberger, liebe Gäste,

die Sonnwendfeier gehört zu Ebersberg wie der Klostersee und der Aussichtsturm. Jahr für Jahr haben wir uns unterhalb des Turms versammelt, das Sonnwendfeuer entzündet und gemeinsam einen der schönsten Abende des Jahres erlebt. Dieser Ort war besonders – und er wird es immer bleiben.

Und doch: Die Zeiten ändern sich. Es gehört zur Reife einer Gemeinschaft, anzuerkennen, wenn eine schöne Zeit an einem bestimmten Ort zu Ende geht – und den Mut aufzubringen, Traditionen nicht sterben zu lassen, sondern ihnen an anderer Stelle, neu aufgestellt, ein neues Zuhause zu geben. Genau das tun wir.

An dieser Stelle möchte ich von ganzem Herzen Dank sagen – den Wirtsleuten Ludwig und Christa Obermair, die über viele Jahrzehnte unsere Sonnwendfeier am Fuße des Aussichtsturms begleitet und getragen haben. 

„Die Sonnwendfeier lebt weiter. Ebersberg hält zusammen.“

Diese Partnerschaft war von Anfang an eine besondere: Die Wirte übernahmen stets das gesamte wirtschaftliche Risiko. Hält das Wetter? Regnet es kurz vorher? Müssen die Feierlichkeiten im letzten Moment abgesagt werden? Die Ware war bestellt, das Personal aufgestockt und bezahlt – und nicht allzu selten fiel die Sonnwendfeier buchstäblich ins Wasser. 

Gleichzeitig wurden an diesen Abenden keine Reservierungen für Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten angenommen, sichere Einnahmen bewusst zurückgestellt; schwierig für einen Gastronomiebetrieb mit großer Personalverantwortung.

Hinzu kommen immer größere bürokratische Anforderungen: Ohne Registrierkasse zum Beispiel, darf ein Wirt auch im Außenbereich nichts mehr verkaufen – eine Infrastruktur wie WLAN und entsprechende Kassen aufzubauen, lohnt sich für wenige Stunden schlicht nicht. Und schließlich: Die für das Fest notwendigen Flächen – Parkplatz, das Gelände rund um die Wirtschaft – sind nicht im Besitz der Stadt. Wir können darüber nicht frei verfügen.

Hinzu kommt noch, dass das Thema Brandschutz schon seit Jahrzehnten eine nicht unerhebliche Herausforderung für die Feuerwehr darstellt. Um diese Jahreszeit ist die Vegetation rund um den Aussichtsturm oft trocken. Deswegen wurde in den vergangenen Jahren der Personaleinsatz für die ehrenamtlichen Kräfte immer umfangreicher und zeitlich deutlich aufwendiger.

Nochmal herzlichen Dank den Wirtsleuten Ludwig und Christa Obermair im Namen der gesamten Stadt Ebersberg für die jahrzehntelange, ausgezeichnete und ehrliche Zusammenarbeit. Ich habe größtes Verständnis für ihre Entscheidung und bin ihnen dankbar für alles, was sie dieser Feier und dieser Stadt gegeben haben. Und ich freue mich, dass es diese wunderschöne Wirtschaft an diesem besonderen Ort gibt.

Als bei der Vereinskartellsitzung Mitte März bekanntgegeben wurde, dass die Sonnwendfeier 2026 auf den Volksfestplatz verlegt wird, war meine oberste Priorität klar: Diese Tradition muss erhalten bleiben. Meine Bitte an die Vereine wurde erhört – und wie! Unverzüglich meldeten sich für die Verpflegung der Waldkindergarten e. V., der TSV Ebersberg, der FC Ebersberg, der Dirndlverein Oberndorf und das Partnerschaftskomitee Ebersberg-Yssingeaux. Der Spielmannszug Ebersberg und die Jaghornbläser sind ist natürlich auch wieder mit dabei. Die Stadtkapelle wird den ganzen Abend musikalisch gestalten, die Böllerschützen werden den Abend einschießen und die Jugend des Trachtenvereins Ebersberg werden ihr Können wieder zeigen. Der Baubetriebshof wird das Feuer wieder aufschlichten und die Feuerwehr Ebersberg tut sich um einiges leichter den Brandschutz sicherzustellen. Reichlich Biertischgarnituren sind auch da, damit man ganz gemütlich dem Flackern des Sonnwendfeuers zuschauen kann. 

Hier zeigt sich, was Ebersberg ausmacht: Wenn alle zusammenhelfen, können wir vieles erreichen. Allen Vereinen, die heuer zum ersten Mal dabei sind, allen Ehrenamtlichen, die an diesem Abend mitarbeiten, Verantwortung übernehmen und mitfeiern – ich bin Ihnen von Herzen dankbar.

Bitte beachten Sie: Da an diesem Tag die Beachvolleyball-Arena auf dem Volksfestplatz auch noch steht, sind die Parkplätze sehr begrenzt. Kommen Sie, wenn möglich, mit dem Rad oder zu Fuß.

Ich lade Sie herzlich ein, diesen Abend zu genießen, unterstützen Sie die mitwirkenden Vereine und feiern Sie mit uns – die Sonnwendfeier lebt weiter. Ebersberg hält zusammen.

Ihr 

Ulrich Proske

Erster Bürgermeister

 

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Tel.: 08092 8255-13

E-Mail: assistenz.bgm(at)ebersberg.de 

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