Fairtrade-Town Ebersberg
Ebersberg wird Fairtrade-Stadt!
Nach rund zwei Jahren Vorarbeit ist es soweit: Die Stadt Ebersberg bekommt das Siegel „Fairtrade-Town“ verliehen! Zur Verleihungsfeier am Montag, den 09. Februar 2026 um 18.30 Uhr lädt Bürgermeister Ulrich Proske alle Interessierten in das Obergeschoss des Rathauses ein. Ein Fairtrade-Ehrenbotschafter wird die Auszeichnung übergeben. Die Realschule Ebersberg, angehende Fairtrade-Schule, wird das Programm musikalisch und mit einem Probierstand kulinarisch bereichern, und auch der fair-Grafing Weltladen wird eine kleine Auswahl seiner Produkte vorstellen. Es besteht die Möglichkeit zum Austausch mit Mitgliedern der Steuerungsgruppe und mit Vertretern von Ebersberger Vereinen und Institutionen, aus dem Handel und der Gastronomie, die Ebersberg auf dem Weg zur Fairtrade-Stadt unterstützt haben.
Ausserdem wird an diesem Abend die Ausstellung “Fairtrade: Klima & Kampagnen” eröffnet. Die Ausstellung kann anschliessend von Dienstag, den 10.02. bis Donnerstag, den 19.02. zu den Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden. Diese sind: Mo – Mi 8 – 16 Uhr, Do 8 – 18 Uhr (jeweils mittags von 12.30 – 13.30 Uhr geschlossen) und Fr 8 – 12 Uhr. Der Eintritt ist frei!
Auf der Seite der Kampagne “Fairtrade-Towns" von Fairtrade Deutschland e.V. finden Interessierte mehr Informationen zum Thema fairer Handel und zu den bereits mehr als 900 Fairtrade-Towns in Deutschland, zu denen auch Ebersberg bald gehören wird.
Was macht Ebersberg?
Um den Titel „Fairtrade-Town“ zu erhalten, musste Ebersberg fünf verschiedene Kriterien erfüllen:
Handel: neben vielen Fairtrade-Produkten, die bereits in den örtlichen Lebensmittelgeschäften angeboten werden, hat z.B. auch die Drachenstube jetzt Kerzen und Dekoartikel mit Fairtrade-Siegel im Angebot.
Gastronomie: mit dem Seecafé, dem alten kino, dem alten Speicher und dem Bäckerei-Café Freundl bieten mehrere gastronomische Einrichtungen jetzt auch Fairtrade-Produkte wie z.B. Tee, Kaffee oder Zucker an.
Zivilgesellschaft: Der vdk-Ortsverband und der Verein Ausländerhilfe e.V. verwenden bei ihren Veranstaltungen faire Lebensmittel wie z.B. Zucker, Tee, Kaffee und Kekse und informieren auch zum Fairtrade-Gedanken. Beim Kirchenkaffee der evangelischen und der katholischen Kirche wird fairtrade-Kaffee verwendet.
Öffentlichkeitsarbeit: Mit einer nicht ganz ernst gemeinten Wette zwischen Grafing und Ebersberg (Wo werden an einem Stichtag mehr Tassen fairer Kaffee getrunken?) wurde für die Idee von Fairtrade geworben. Die Steuerungsgruppe informierte immer wieder mit ihrem Infostand, z.B. bei Veranstaltungen des Museums Wald und Umwelt und im E-EinZ zum Thema.
Ratsbeschluss/Rathaus: Der Stadtrat beschließt, dass in der zentralen Kaffeemaschine im Rathaus sowie bei den Wahlen nur fair gehandelter Kaffee verwendet wird.
Was bedeutet Fairtrade?
Fairtrade steht für fairen Handel, gerechte Preise sowie soziale und ökologische Standards, wie das Verbot von Kinderarbeit und die Förderung umweltfreundlicher Anbaumethoden. Es geht darum, Bäuerinnen und Bauern durch faire und stabile Preise für ihre Produkte, wie z.B. Kaffee, Tee, Kakao und vieles andere mehr, ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Am bekanntesten ist dabei das grün-blaue Fairtrade-Siegel, es gibt aber noch weitere Zeichen, die faire Handelsbedingungen garantieren. Die wesentlichen Aspekte von Fairtrade sind:
- Faire Preise: Bäuerinnen und Bauern erhalten einen Mindestpreis, der ihre Produktionskosten deckt und ihnen ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. Zusätzlich gibt es oft eine Fairtrade-Prämie, die in Gemeinschaftsprojekte wie Bildung, Gesundheit oder Infrastruktur investiert wird.
- Soziale Standards: Fairtrade setzt sich für sichere Arbeitsbedingungen, das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit sowie die Förderung von Gewerkschaften und Mitbestimmung ein.
- Ökologische Nachhaltigkeit: Fairtrade fördert umweltfreundliche Anbaumethoden, wie den Verzicht auf schädliche Pestizide, den Schutz der Biodiversität und nachhaltige Ressourcennutzung.
- Transparenz und Rückverfolgbarkeit: Die Produkte können bis zu den Produzenten zurückverfolgt werden, was Vertrauen und Verantwortung in der Lieferkette schafft.
Dabei sein!
Auf den Lorbeeren ausruhen? Nein, nun heisst es weitermachen! Der Titel „Fairtrade-Stadt“ wird für zwei Jahre vergeben. Bis zur nächsten Zertifizierung möchte der Steuerungskreis weitere Akteure gewinnen und den Fairtrade-Gedanken noch mehr verbreiten. Denn fairer Handel lebt vom Machen, nicht vom Reden!
- Sie haben ein Geschäft oder einen Gastronomiebetrieb in Ebersberg und bieten bereits fair gehandelte Produkte an oder planen das zu tun?
- Sie sind in einem Verein oder einer Organisation aktiv und wollen sich mit Ihrer Gruppe für das Thema einsetzen?
- Sie wollen sich als Einzelperson einbringen?
Werden Sie UnterstützerIn!
Bettina Friedrichs und Georg Hengster von der Ebersberger Steuerungsgruppe betonen: „Die Fairtrade-Zertifizierung ist nicht nur ein Siegel, sondern ein Bekenntnis zu sozialer Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit“. Wer sich zu dem Thema engagieren möchte, ist herzlich willkommen! Melden Sie sich dazu einfach im Rathaus oder bei der Ebersberger Agenda21 per Email an konsummuster(at)agenda21-ebersberg.de.
Aktion "Kaffeewette"
Ebersberg trinkt fair – Kaffeewette gewonnen!
Ganz knapp hat Bürgermeister Ulrich Proske und mit ihm die ganze Stadt Ebersberg die faire Kaffeewette am 01.10.2024 gegen die Nachbarstadt Grafing gewonnen. 296 Tassen fair gehandelten Kaffees wurden an diesem Tag in Ebersberg getrunken. Ganze 5 Tassen mehr als in Grafing! Als fairer Wettverlierer schenkte der Grafinger Bürgermeister Christian Bauer am 06.10. an die Ausstellenden der Ehrenamtsmesse Kaffee aus. Natürlich tatkräftig unterstützt von seinem Ebersberger Kollegen. Vor allem aber war dieser Tag ein Gewinn für die Idee des fairen Handels! Denn das eigentliche Ziel der Wette war es natürlich, die Bürgerinnen und Bürger auf das Thema „Fairer Handel“ aufmerksam zu machen und mehr Bewusstsein für faire und auskömmliche Preise für die Produzierenden im globalen Süden zu erreichen. Denn diese erhalten vom Preis einer „normalen“ Tasse Kaffee nur etwa 2 Cent. Davon kann man auch in den Herkunftsländern unseres Kaffees kaum leben, geschweige denn, seine Kinder in die Schule schicken. Beim zertifizierten Fairtrade-Kaffee, zu erkennen am grün-blauen Fairtrade-Siegel, bekommen die Kaffeebauern einen garantierten Mindestpreis, bessere Umwelt- und Klimaschutzstandards werden umgesetzt, und Kinder können zur Schule gehen. Dies gilt in ähnlicher Weise für andere Produkte wie Tee, Kakao, Zucker aus Zuckerrohr etc.
Kontakt
Agnes Gehrer und Agnes Lang
Montag bis Freitag vormittags
Zi. 22
Telefon: 08092/8255-51
Fax: 08092/8255-9051
E-Mail: abfall-umwelt(at)ebersberg.de
Bürgerbüro
Für die Themen
Energie & Umwelt
Nutzen Sie bitte die Kontaktmöglichkeit links.
Bei allen anderen Anliegen versuchen wir Ihnen im Bürgerbüro zu helfen.