Fairtrade-Town Ebersberg
Ebersberg ist Fairtrade-Stadt!
Nach zwei Jahren Vorarbeit ist es soweit: Die Stadt Ebersberg hat das Siegel „Fairtrade-Stadt“ verliehen bekommen. Im Rahmen einer Auszeichnungsfeier am 09. Februar nahm Bürgermeister Ulrich Proske im Namen der Steuerungsgruppe und der Stadt vom Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz die Urkunde entgegen. Viele Ebersbergerinnen und Ebersberger waren zum Mitfeiern ins Rathaus gekommen und genossen eine launige Feier mit mitreißender musikalischer Umrahmung der Schulband der Realschule Ebersberg, Probierständen der Realschule und des Weltladens Grafing und mit sowohl nachdenklichen als auch motivierenden Redebeiträgen. Ebersberg ist nun die 936. Fairtrade-Stadt in Deutschland.
Außerdem wurde an diesem Abend die Ausstellung “Fairtrade: Klima & Kampagnen” eröffnet. Die Ausstellung kann noch bis Donnerstag, den 19.02. zu den Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden. Diese sind: Mo – Mi 8 – 16 Uhr, Do 8 – 18 Uhr (jeweils mittags von 12.30 – 13.30 Uhr geschlossen) und Fr 8 – 12 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Ausgelöst durch einen Antrag aus den Agenda21-Guppen hatte der Stadtrat beschlossen, sich offiziell auf den Weg zur Fairtrade-Stadt zu machen. Eigentlich ist Bürgermeister Ulrich Proske ein Fan von regionalen Produkten mit fairen und stabilen Preisen für die örtlichen Erzeuger- und Verarbeitungsbetriebe. „Aber Kaffee, Bananen und Kakao wachsen nun mal nicht bei uns in Bayern.“ so das Stadtoberhaupt. „Deswegen ist es wichtig, dass auch die Bauersfamilien in weiter entfernten Anbauländern eine gerechte Bezahlung für ihre Erzeugnisse bekommen, von der sie leben und ihre Kinder in die Schule schicken können.“ Oder wie es der Fairtrade-Ehrenbotschafter bei seiner Rede zur Verleihung betonte: "Fairer Handel lebt vom Handeln! Als reiche Industrienation stehen wir in der Pflicht, unseren konkreten Beitrag für den Frieden und gegen die Armut zu leisten, denn die Reichen werden immer reicher und die Armen zahlreicher. Fair ist also, nicht billig einzukaufen, wofür andere teuer bezahlen!”
Auf der Seite der Kampagne “Fairtrade-Towns" von Fairtrade Deutschland e.V. finden Interessierte mehr Informationen zum Thema fairer Handel und zu den Fairtrade-Towns in Deutschland, zu denen auch Ebersberg nun gehört.
Was macht Ebersberg?
Um den Titel „Fairtrade-Town“ zu erhalten, musste Ebersberg fünf verschiedene Kriterien erfüllen:
Handel: neben vielen Fairtrade-Produkten, die bereits in den örtlichen Lebensmittelgeschäften angeboten werden, hat z.B. auch die Drachenstube jetzt Kerzen und Dekoartikel mit Fairtrade-Siegel im Angebot.
Gastronomie: mit dem Seecafé, dem alten kino, dem alten Speicher und dem Bäckerei-Café Freundl bieten mehrere gastronomische Einrichtungen jetzt auch Fairtrade-Produkte wie z.B. Tee, Kaffee oder Zucker an.
Zivilgesellschaft: Der vdk-Ortsverband und der Verein Ausländerhilfe e.V. verwenden bei ihren Veranstaltungen faire Lebensmittel wie z.B. Zucker, Tee, Kaffee und Kekse und informieren auch zum Fairtrade-Gedanken. Beim Kirchenkaffee der evangelischen und der katholischen Kirche wird fairtrade-Kaffee verwendet.
Öffentlichkeitsarbeit: Mit einer nicht ganz ernst gemeinten Wette zwischen Grafing und Ebersberg (Wo werden an einem Stichtag mehr Tassen fairer Kaffee getrunken?) wurde für die Idee von Fairtrade geworben. Die Steuerungsgruppe informierte immer wieder mit ihrem Infostand, z.B. bei Veranstaltungen des Museums Wald und Umwelt und im E-EinZ zum Thema.
Ratsbeschluss/Rathaus: Der Stadtrat beschließt, dass in der zentralen Kaffeemaschine im Rathaus sowie bei den Wahlen nur fair gehandelter Kaffee verwendet wird.
Was bedeutet Fairtrade?
Fairtrade steht für fairen Handel, gerechte Preise sowie soziale und ökologische Standards, wie das Verbot von Kinderarbeit und die Förderung umweltfreundlicher Anbaumethoden. Es geht darum, Bäuerinnen und Bauern durch faire und stabile Preise für ihre Produkte, wie z.B. Kaffee, Tee, Kakao und vieles andere mehr, ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Am bekanntesten ist dabei das grün-blaue Fairtrade-Siegel, es gibt aber noch weitere Zeichen, die faire Handelsbedingungen garantieren. Die wesentlichen Aspekte von Fairtrade sind:
- Faire Preise: Bäuerinnen und Bauern erhalten einen Mindestpreis, der ihre Produktionskosten deckt und ihnen ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. Zusätzlich gibt es oft eine Fairtrade-Prämie, die in Gemeinschaftsprojekte wie Bildung, Gesundheit oder Infrastruktur investiert wird.
- Soziale Standards: Fairtrade setzt sich für sichere Arbeitsbedingungen, das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit sowie die Förderung von Gewerkschaften und Mitbestimmung ein.
- Ökologische Nachhaltigkeit: Fairtrade fördert umweltfreundliche Anbaumethoden, wie den Verzicht auf schädliche Pestizide, den Schutz der Biodiversität und nachhaltige Ressourcennutzung.
- Transparenz und Rückverfolgbarkeit: Die Produkte können bis zu den Produzenten zurückverfolgt werden, was Vertrauen und Verantwortung in der Lieferkette schafft.
Dabei sein!
Auf den Lorbeeren ausruhen? Nein, nun heisst es weitermachen! Der Titel „Fairtrade-Stadt“ wird für zwei Jahre vergeben. Bis zur nächsten Zertifizierung möchte der Steuerungskreis weitere Akteure gewinnen und den Fairtrade-Gedanken noch mehr verbreiten. Denn fairer Handel lebt vom Machen, nicht vom Reden!
- Sie haben ein Geschäft oder einen Gastronomiebetrieb in Ebersberg und bieten bereits fair gehandelte Produkte an oder planen das zu tun?
- Sie sind in einem Verein oder einer Organisation aktiv und wollen sich mit Ihrer Gruppe für das Thema einsetzen?
- Sie wollen sich als Einzelperson einbringen?
Werden Sie UnterstützerIn!
Bettina Friedrichs und Georg Hengster von der Ebersberger Steuerungsgruppe betonen: „Die Fairtrade-Zertifizierung ist nicht nur ein Siegel, sondern ein Bekenntnis zu sozialer Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit“. Wer sich zu dem Thema engagieren möchte, ist herzlich willkommen! Melden Sie sich dazu einfach im Rathaus oder bei der Ebersberger Agenda21 per Email an konsummuster(at)agenda21-ebersberg.de.
Kontakt
Agnes Gehrer und Agnes Lang
Montag bis Freitag vormittags
Zi. 22
Telefon: 08092/8255-51
Fax: 08092/8255-9051
E-Mail: abfall-umwelt(at)ebersberg.de
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Für die Themen
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