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Was Ebersberg bewegt

Liebe Ebersbergerinnen und Ebersberger!

VerkehrsplanerInnen, GemeindepolitikerInnen und viele andere Menschen zerbrechen sich seit Jahren die Köpfe darüber, wie das alltägliche Verkehrschaos im Wohngebiet rund um die Schulen in den Griff zu bekommen sei. Während die Schülerinnen und Schüler für den Weg zur Dr.-Wintrich-Realschule überwiegend mit Bus und Bahn anreisen, werden viele - leider viel zu viele - Kinder zur Grundschule in der Floßmannstraße und zur Grund- und Mittelschule in der Baldestraße mit dem Auto vorgefahren und abgeholt.

Unlängst führte die Polizei Ebersberg hier mehrtägige Kontrollen durch. Und täglich grüßte das Murmeltier: Verstoßen wurden gegen nahezu alle in dieser Gegend gültigen Verkehrsregeln wie Parken im absoluten Halteverbot, Befahren von Anliegerstraßen, Halten an Überwegen und so weiter und so fort. Natürlich kann nicht jedes Kind auf das „Elterntaxi“ verzichten – die allermeisten könnten es aber leicht. Die Frage der Polizei an die Mamas und Papas am Steuer, ob es nicht sinnvoller wäre, ihr Kind zu Fuß zur Schule zu schicken oder es etwas weiter entfernt von der Schule aussteigen zu lassen, stieß auf wenig Begeisterung. So wird nun wohl der Ruf nach „verkehrsleitenden Maßnahmen“ rund um die Schulen erneut diskutiert werden müssen. Aber muss das wirklich sein?

Es gäbe eine recht einfache Lösung für sehr viele Probleme: Der Laufbus, auch Fußtrambahn genannt. Das ist ein „Schulbus ohne Bus“, der auf vielen kurzen Beinen zur Schule und wieder nach Hause unterwegs ist. Er hat mehrere „Haltestellen“ und fest vereinbarte „Abfahrtszeiten“, um die Kinder eines Stadtteils aufzusammeln. Zu Anfang wird die feste Laufgemeinschaft noch von Eltern begleitet, das ist aber bald schon nicht mehr nötig. Kinder lernen schnell.

Gemeinsam unterwegs zu sein macht so viel Spaß. Auf dem Schulweg ist man mit den Spezln und Freundinnen unterwegs, die Nachmittagstermine werden ausgemacht - Schwimmen, Spielen, Fußball… Es werden noch rasch Vokabeln abgefragt, der letzte Bundesligaspieltag nochmals durchgespielt, die ersten Schneebälle geworfen und die wechselnden Jahreszeiten ganz analog erlebt. So war das vor vielen Jahren bei mir. Ich fand das wunderbar.

Kinder haben Füße. Kinder laufen gerne. Kinder lieben Bewegung. Auf dem Schulweg schauen Kinder aufeinander, lernen miteinander umzugehen, entwickeln soziales Verhalten und bauen zu den unverzichtbaren SchulweghelferInnen an den Überwegen Vertrauen auf. Ihr Sinn für den fließenden Straßenverkehr wird gemeinsam geschärft und trainiert. Nach dieser ersten Sporteinheit kommen sie mit durchlüfteten Gehirnen, stolz auf ihre selbstständige Mobilität, viel ausgeglichener und mit besserer Aufnahmefähigkeit in der Schule an. Und diese Verkehrswende von klein auf ist sogar noch gut für unsere Umwelt.

Herzlichst Ihr

Ulrich Proske
Erster Bürgermeister

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