Im Jahre 985 findet der Name Issinguaudo erste Erwähnung, 1163 taucht er als Isingaudo auf und um das Jahr 1000 ist er als Issingaudo verzeichnet. Interessant ist dabei, dass Is(s)ing(u)audus ursprünglich ein germanischer Name ist, was als gesichert gilt. Er wurde zwischen dem 8. Jh. und dem 10. Jh. verwendet. Was bedeutet er? Möglicherweise geht er

auf den Namen einer Person, Isingaud, zurück, der sich im Sprachgebrauch zu Singaud wandelte. Das Kirchenarchiv von Cluny erwähnt einige Personen dieses Namens und im 12. Jh. wird ein Mönch von Chamalières (Chamalières-sur-Loire) mit dem Namen Geraldus de Singau genannt. Eine andere Theorie besagt, dass es sich um die Ableitung eines germanischen Wortes mit lateinischem Einfluss handelt und sich aus zwei Worten zusammensetzt: Isen (oder Isin) und gaud. Er stünde demnach in einer Reihe mit anderen Toponymen wie Issancourt (Ardennen), Issenhausen (Nieder-Rhein), Isenburg (Deutschland), Izenberg und Isengem (Belgien). Der erste Bestandteil Isen, stünde demnach entweder für eine Person, für das Wort Eisen oder die Vorstellung von Proximität (Nähe). Der Bestandteil gaud, könnte auf das altfranzösische Wort gaud oder gaut zurückzuführen sein, das Wald oder Forst bedeutet. Die genaue Etymologie ist jedoch bisher nicht wissenschaftlich belegt.
Apropos Sprachverwandtschaft: Seit napoleonischer Zeit finden sich im bayerischen Wortschatz auch deutliche französische Einflüsse, wie die häufig verwendeten Begriffe vis-à-vis, Trottoir, Portemonnaie, Canapé oder Potschamperl zeigen. Und auch der Stadtname von Yssingeaux klingt ganz vertraut bayerisch, wenn es in freudiger Erwartung der französischen Freunde heißt: "San´s scho do aus Isanscho?".