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"altes kino" im Wandel der Zeit

1908 baute Max Altinger, Gastwirt „Zum Oberwirt“ (vormals Gasthaus „Zur Oberen Tafern“), wegen Eigenbedarfs das ehemals privat genutzte Wohnhaus um und errichtete dort einen Saal mit Bühne und Galerie, welcher als Theater, Kino und für sonstige Veranstaltungen aller Art genutzt wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, von 1947-1949 betrieb Julius Bamberger, ein ehemaliger Auschwitzhäftling, das Kino weiter und sicherte sich damit eine neue Existenz, bevor 1950 Genoveva Wallner (aus Buch bei Kirchseeon) mit viel Elan und Tatkraft das Kino zu neuem Leben erweckte.

Kurze Zeit blieb das Anwesen ungenutzt. 

1978 widmete Thomas Paul Hörbiger, Sohn des bekannten österreichischen Schauspielers Paul Hörbiger, das Gebäude um und eröffnete darin die Diskothek  „Das Showboat“, das sich hauptsächlich zu einem Treffpunkt für Jugendliche entwickelte.

Ende 1979 verabschiedete sich Hörbiger aus Ebersberg und verpachtete das Kino an seinen Geschäftsführer Theodor Achner aus München, der das Tanzlokal von 1980-1986 weiterführte. Dann übergab Achner an Rainer Anspann und dieser nach kurzem Intermezzo an Achner & Bauer. Auch sie gaben nach ein paar Monaten im Jahre 1988 auf.

Seine bis heute andauernde Bestimmung als vielseitige Kulturstätte erhielt das Gebäude 1990, als es in den Besitz der Stadt Ebersberg überging. Unter der Leitung von Markus Bachmeier ist „altes kino“ das Zentrum für Kulturschaffende aller Genres und zieht Interessierte aus nah und fern magisch an. Es gilt nicht nur als Geheimtipp, weil hier die „Gruppo di Valtorta“ aus der Taufe gehoben wurde, sondern auch, weil erstrangige KabarettistInnen zur Freude des Publikums ihre Avantpremieren hier abhalten oder auftreten (Dieter Hildebrandt, Sissi Perlinger, Bruno Jonas, Sigi Zimmerschied u.v.a.m.) und große Musikgruppen hier debütieren.

Besondere Beachtung findet das Programm an jedem Mittwochabend, wenn unter der Leitung und Regie von Barbara Lux das Haus seine Pforten für ausgewählte Filmproduktionen öffnet und damit – dem Namen getreu – an seine Tradition als Stätte der Filmkunst wieder anknüpft.